Batterien: Ab Januar kein Transport ohne Test-Zertifikat

Lithium-Batterien sind Gefahrgut und dürfen ohne erfolgreiche Tests weder genutzt noch transportiert werden. Zum 1. Januar 2020 müssen Versender jetzt für Lithium-Ionen-Akkus oder Lithium-Metall-Batterien eine Zusammenfassung des Testzertifikats vorliegen haben, die nur von einem Labor erstellt werden darf. Die Zeit dafür ist eigentlich schon abgelaufen, denn die Labors sind bis 2021 weitgehend ausgebucht, betont der Gefahrgutbeauftragte von Streck Transport Deutschland, Thomas Winter.

Bisher habe es ausgereicht, wenn Hersteller oder Vertreiber ein Testzertifikat hatten und sein Vorhandensein bestätigten. „Eine direkte Kontrolle der Testzertifikate war damit nicht möglich und bei mehrstufigen Handels- oder Vertriebswegen war der Zugriff auf das Zertifikat kam noch möglich.“, erläutert Winter. Um dieser Praxis einen Riegel vorzuschieben, wurden die Vorschriften im „Handbuch über Prüfungen und Kriterien“ der Vereinten Nationen im Kapitel 38.3 zum im Januar 2019 geändert. Die Zusammenfassung des zum Teil mehrere Seiten langen Testzertifikats sollte das Verfahren vereinfachen.

„Da zeitliche Probleme vorauszusehen waren, wurde diese Testzusammenfassung zwar zum 1.1.2019 vorgeschrieben, aber gleichzeitig eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2019 eingeräumt“, sagt Winter. Diese Frist wurde und wird nach wie vor von vielen Herstellern und Versendern nicht beachtet. „Ab Januar 2020 dürfen aber keine Batterien ohne Testzusammenfassung mehr transportiert werden“, warnt der Gefahrgutbeauftragte.

Und noch etwas gilt es zu beachten: Wenn einzelne Zellen mit Testzertifikat zu einer Batterie zusammengesetzt wurden, muss diese Batterie laut Kapitel 38.3.2.1. nochmals geprüft werden, bevor sie transportiert werden kann. Es sein denn, sie hat eine Leistung über 6.200 W/h. Diese Batterien werden in der Regel aus einzelnen geprüften Batterien zusammengesetzt.

Werden Zellen oder Batterien ohne Prüfzusammenfassung transportiert, ist dies eine Ordnungswidrigkeit, die in der Regel mit einem Bußgeld von 1.500 Euro geahndet wird. Wenn dann noch bei der Beförderung oder der Be- und Entladung ein Schaden entsteht, haften der Auftraggeber, der Absender und/oder der Verlader in unbegrenzter Höhe. „Die Zusammenfassung des Testzertifikats muss den Transport zwar nicht begleiten, aber sie muss unbedingt vorliegen“, betont Winter.