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Folgen der Bahn-Sperrung bei Rastatt

Die Rheintal-Sperrung wird vorraussichtlich bis 07.Oktober andauern.

Wie allseits bekannt, ist die Rheintalbahn in Höhe von Rastatt seit dem 12. August gesperrt. Damit steht eine der wichtigsten Nord/Südtrassen in Zentraleuropa für den Personen- wie auch für den Güterverkehr nicht mehr zur Verfügung. Die letzten Informationen seitens der Deutschen Bahn (DB) besagen, dass die Sperrung bis zum 7. Oktober andauern wird.

Erwartungsgemäß wird überall versucht kurzfristig auf den Verkehrsträger Binnenschiff oder Bahnverbindungen, die über Frankreich führen, auszuweichen. Mittlerweile sind dort die ad hoc Möglichkeiten komplett ausgeschöpft und kaum noch Ressourcen vorhanden. Zusätzliche Charter-Binnenschiffe sind zwar mittlerweile geordert, aber stehen leider noch nicht an den entsprechenden Binnenhäfen zur Verladung bereit. Dem Markt folgend sind die Preise für diese zusätzlichen Charter-Schiffe enorm hoch und nicht mit den derzeit eingesetzten Binnenschiffen vergleichbar. Alle auf dem Rhein tätigen Binnen-Schiffs-Reeder haben sofort einen „Charter-Zuschlag“ ausgegeben der bereits seit Anfang KW 34 für alle Verladungen abgerechnet wird. Allerdings stehen weitere Herausforderungen bereits von der Tür.

Selbst wenn diese zusätzlichen Schiffe dann komplett im Einsatz sind, steht zu befürchten, dass die bereits seit Wochen/Monaten andauernde Problematik der schleppenden Binnenschiff-Abfertigungen in den Seehäfen noch weiter eskaliert und die Binnenschiffe für die Ent- bzw. Beladungen im Hafen noch länger brauchen. Bereits seit einiger Zeit gibt es hier ebenfalls einen „Congestion-Zuschlag“.

Auch die Überlastung an den Binnenschiffs-Terminals im Inland ist bereits jetzt sehr kritisch.

Des Weiteren sind die Wasserstandsmeldungen auch nicht positiv – aktuell 24.08.2017/8 Uhr sind wir am Pegel KAUB bei 155 cm, d. h. wir sind schon an der Grenze für Zuschläge, für 28.08.2017 sind 135 cm prognostiziert. Damit können die Binnenschiffe bei weitem nicht mehr voll beladen fahren – zusätzlich fällt Kleinwasser-Zuschlag (KWZ) an.

Die meisten Alternativen auf der Schiene sind immer noch nicht nutzbar; die Transfracht-Verbindungen Weil/Basel zu den Seehäfen und v.v. sind noch nicht auf die Ausweichstrecken geleitet, sprich diese Verbindung steht nicht zur Verfügung. Bahn-Verbindungen nördlich Rastatt, ab Karlsruhe und Mannheim, stehen zwar zur Verfügung, sind aber bedingt durch die langen Anfahrtsstrecken aus Südbaden bzw. der Schweiz sehr teuer und auch bereits jetzt an den Kapazitätsgrenzen. Aktuell wird ab Basel/Weil an einer zusätzlichen Ausweichstrecke über Frankreich zum Hafen Antwerpen gearbeitet. Die Bahnstrecke Strasbourg nach Antwerpen ist ebenfalls stark eingeschränkt. Die Verbindung ab Kehl ist weiterhin außer Betrieb.

Erfahrungsgemäß steht zu befürchten, dass die Leer-Container-Versorgung für den Hoch/Ober-Rhein von den Reedern ebenfalls reduziert wird – sprich die Depots laufen leer.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die Zuschläge, die wir aktuell bezahlen, entsprechend weiter geben müssen. Alle unsere Mitarbeiter versuchen fieberhaft, der Lage Herr zu werden und müssen entsprechend auch kurzfristige Entscheidungen treffen.

Bei Ihrer weiteren Transportplanung für die nächsten Wochen möchten wir Sie bitten, unsere Kollegen bereits frühzeitig zu informieren – nur so können wir für Sie die besten Verlademöglichkeiten unter Berücksichtigung der aktuellen Situation ausarbeiten.

Besten Dank für Ihre Mithilfe.

Kontakt

Deutschland - Michael Fleig
Tel. +49 (0) 761 1305 – 497
Schweiz - Jörg Sutter
Tel. +41 (0) 61 8551 – 415
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