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Aktuelle Situation FCL Transporte

Die aktuelle Situation bei FCL-Transporten, insbesondere hinsichtlich der Vor- und Nachläufe bleibt eine große Herausforderung für alle beteiligten Unternehmen. Die maritime Wirtschaft durchlief während der letzten Jahre einen außergewöhnlichen Konzentrationsprozess. Viele, auch alteingesessene, Reeder wurden von Wettbewerbern übernommen. Fast 50 Prozent der ehemals TOP 15 weltweit tätigen Reeder sind zwischenzeitlich vom Markt verschwunden und weitere Übernahmen sind nicht ausgeschlossen.

Im Zuge dieses Konzentrationsprozesses haben die Reeder umfangreiche Rationalisierungsprogramme aufgelegt, insbesondere sollen viele Prozesse digitalisiert werden. Leider sind die Ergebnisse für Kunden und Spediteure nicht immer zufriedenstellend und führen häufig zu höheren Kosten und reduzierten Container-Free-Times.

Weitere Belastungen entstehen in den See-Terminals, die regelmäßig überlastet sind. Immer größere Seeschiffe schränken die Flexibilität der Terminals ein. Bei der Abfertigung solcher ULCV (Ultra Large Container Vessel) sind alle Kapazitäten eingebunden, leider oft zum Nachteil der übrigen, in der Transportkette Beteiligten. Insbesondere die Anlieferer und Abholer der Container sind davon betroffen.

LKW-Bewegungen wurden größtenteils auf Slot-Systeme umgestellt, die allerdings nur bedingt funktionieren. Im intermodalen Verkehr mit Bahn und Binnenschiff entstehen noch viel größere Probleme. Bei Binnenschiffen betragen die Wartezeiten bis zu 72 Stunden und dies obwohl die Binnenschiffer Slot-Zeiten einkaufen. Das ist mittlerweile leider keine Ausnahme mehr und bringt die Terminplanung der Binnenschiffer für Anschlusstransporte komplett durcheinander und Termine für Schiffsabfahrten oder für die Auslieferungen im Import werden nicht erreicht.

Weiterhin haben die Terminals teilweiße Minimal-Calls eingeführt, d.h. Binnenschiffe werden in den Seehäfen nur direkt abgefertigt, wenn eine gewisse Mindestmenge an Container für dieses Terminal erreicht wird. Das lässt sich im Voraus allerdings nur schwer planen.

Leider ist die Situation bei den Bahnen nicht viel besser. Die Netze sind überlastet und die teilweiße marode Infrastruktur in den Häfen macht es schwierig, Planungen zuverlässig auszuarbeiten. Auch an den Inlands-Terminals ist die Situation kritisch. Die Bahn-Terminals in Kornwestheim, Ulm, München und Weil am Rhein haben häufig keine geordneten Abläufe mehr, gleiches gilt auch für die Schweizer Terminals in Basel. Regelmäßig melden die Terminals, dass keinerlei Kapazitäten mehr vorhanden sind. Die LKW-Unternehmer bilden dann das Schlusslicht in der Kette und haben mit all den Unwägbarkeiten zu kämpfen. Zwar haben auch die Inlands-Terminals (Bahn und Binnenschiff)vielfach Slot-Systeme eingeführt, die allerdings nur die Arbeiten der Depots optimieren sollen, zum Leidwesen der Lkw-Unternehmer, da die verfügbaren Slot-Zeiten in den meisten Fällen nicht zu deren Disposition passen.

In Summe führen diese Punkte zu verspäteten und ungenauen Gestellungsterminen, verbunden mit entsprechenden Zusatzkosten. Leider ist derzeit nicht zu erwarten, dass sich die Rahmenbedingungen kurzfristig verbessern werden, sodass bei anhaltendem gutem Wirtschaftsklima, die verfügbaren Kapazitäten weiter unter Druck stehen. Erfahrungsgemäß kommt im 3. Quartal noch das Risiko des Kleinwassers für die Binnenschifffahrt hinzu, sodass die Schiffe nicht voll beladen fahren können.

Seien sie versichert, dass unsere Mitarbeiter an den bestmöglichen Lösungskonzepten arbeitet. Hierbei sind wir aber auf die Unterstützung und Flexibilität aller Beteiligten angewiesen, um die Lieferungen für Sie und ihre Kunden, auch in dieser schwierigen Situation sicherzustellen. Dies schließt auch Versender und Empfänger mit ein.

Besten Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung.

Kontakt

Deutschland - Michael Fleig
Tel. +49 (0761) 1305 – 497
Schweiz - Jörg Sutter
+41 (061) 8551 – 415
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